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Alle wollen Mobilfunksender auf demDach!
Wirklich?

Oberndorf war eine kleine Ortschaft in der Gemeinde Eggstätt, mittenim wunderschönen Naturpanorama vom Chiemsee und Eggstätter Seenplatte,geprägt von einer intakten und harmonischen Dorfgemeinschaft. Bis zudem Tag, als in einer "Nacht- und Nebel-Aktion" auf einem landwirtschaftlichenAnwesen, inmitten von Wohnhäusern Mobilfunkantennen der Fa. Mannesmann(D 2) installiert wurden.
Keiner der unmittelbaren Nachbarn wurde vorher informiert, keiner wurde imVorfeld von dem Vorhaben unterrichtet. Erst als ein Autokran die Antennenauf das Dach hob wurden die Nachbarn auf das Vorhaben aufmerksam. Hinterdieser, in einer intakten Dorfgemeinschaft sicherlich ungewöhnlichenVorgehensweise, steht anscheinend eine gezielte Vorgehensweise derMobilfunk-Betreiber. Diese hatten den Landwirt darauf hingewiesen, im Vorfeldmit niemanden darüber zu reden; sie (in diesem Fall alsoMannesmann-Mobilfunk)würden im Rahmen einer Informationsveranstaltungdann rechtzeitig die Nachbarn informieren. Außerdem seien derartigeMobilfunkantennen auch mitten in Wohngebieten absolut harmlos undungefährlich, gesundheitliche Schäden seien nicht zu erwarten.
Die "Aufklärung" der Nachbarn über die "gesundheitlicheUnbedenklichkeit" der Antennen und deren pulsierende, 24stündigeHochfrequenzstrahlung, erfolgte jedoch nicht wie angekündigt von Seitender Betreiber. Vielmehr kam erst am 31.3. durch massiven Druck der Nachbarneine Veranstaltung im Feuerwehrhaus der Gemeinde Eggstätt zustande.In dieser Informationsveranstaltung wollte die Betreiberfirma die Situationaus ihrer Sicht darstellen: die Fa. Mannesmann hat also ihr Kommen zugesagtund zugleich auf ihre Kosten rasch noch einen "unabhängigen Wissenschaftler"dazugeladen.
Die Bürger vermuteten dagegen folgerichtig, daß diese"Informationsveranstaltung" nur ein Ziel hatte, nämlich dieBevölkerung mit den bekannten Werbeaussagen zu beruhigen und in Sicherheitzu wiegen. Doch diese Strategie ging in Oberndorf nicht auf: die betroffenenNachbarn engagierten Ihrerseits zusätzlich einen kompetenten und fachlichversierten Referenten der Bürgerwelle e.V., dem Dachverband fürBürger und Initiativen zum Schutz vor Elektrosmog.
Als dann am Abend der Veranstaltung die Herren von Mannesmann sahen, daßergänzend ein Referent der Bürgerwelle geladen war, drehten sieauf der Stelle um und verließen fluchtartig die Lokalität. DerLandwirt, auf dessen Anwesen die Antennen installiert werden, versuchte fasteine Stunde lang verzweifelt -jedoch ergebnislos- den Prokuristen der Fa.Mannesmann, Herrn Michel-Auli und seinen "neutralen Wissenschaftler", denPrivatdozenten an der TU München, Dr. Otto Petrowicz, dazu zu bewegen,sich einer sachlichen pro- und contra- Diskussion zu stellen. Die beidenHerren wollten sich jedoch nach Darstellung des Mannesmann-Vertreters "nichtauf das Niveau der Bürgerwelle" begeben.
Diese Argumentation überzeugte die Besucher der Veranstaltung freilichwenig; vielmehr war man einhellig der Meinung, daß anscheinend dasFachwissen der Bürgerwelle zu hoch und die kritischen Fakten fürdie Vertreter von Mannesmann zu erdrückend waren: Herr Dr. Seitz alsVertreter der Bürgerwelle informierte alle Anwesenden über 3 Stundenlang sehr sachlich und durch umfassende Fakten und Studien fundiert überdie zu erwartenden, gravierenden gesundheitlichen Folgen aller Betroffenen.U.a. wurde deutlich, daß selbst in einer Entfernung von z.B. l km derMensch nachweislich auf die Strahlenintensitaten eines durchschnittlichenMobilfunk-Sendemasten reagiert.
Forschungen und alltägliche Beobachtungen liefern offenbar immer mehrHinweise darauf, daß die niederfrequent gepulsten Hochfrequenzen derMobilfunkantennen eine Vielzahl von gesundheitlichen Störungenbegünstigen bzw. auslösen, wie z.B. Schlafstörungen, depressiveVerstimmungen, Kopfschmerzen, Konzentrations- undGedächtnisstörungen, Augenreizungen und Grauer Star,Lernstörungen bei Kindern, erhöhter Blutdruck,Herzrhythmusstörungen, Migräne, Potenz- undFruchtbarkeitsstörungen, Blutbildveränderungen, ständigeMüdigkeit und Erschöpfung, Allergien, Immunschwäche,beschleunigtes Krebswachstum usw.
Man darf daher gespannt sein, wie sich die Situation in Oberndorf in dennächsten Monaten weiter entwickeln wird!
(Quelle: Flugblatt in Oberndorf)


SZ 7.4.99:
Heimweg unterPolizeischutz
Bürger sprengen Info-Veranstaltung zumMobilfunk
Von Sabina Kipfelsberger
Oberndorf - Die Auseinandersetzungen zwischen Mobilfunkbetreibern und besorgtenBürgern nehmen gelegentlich skurrile Formen an. So gelang es jüngsteinem Vertreter von Mannesmann-Mobilfunk nur mit Hilfe der Polizei, nachdem
Abbruch einer Informationsveranstaltung im Chiemgau den Heimweg anzutreten.Aufgebrachte Anwohner hatten das Auto des Mobilfunkvertreters belagert undwollten ihn mit sanfter Gewalt zwingen, in das Feuerwehrhaus zurückzukehrenund ihren Fragen Rede und Antwort zu stehen.
Weil der geplante Bau einer Sendeanlage auf ihrem landwirtschaftlichen Anwesenin Obemdorf seit geraumer Zeit für "panische Unruhe" im Dorf sorgt,hatte das Ehepaar den Betreiber der Anlage, die Firma Mannesmann Mobilfunk,gebeten, zu den Fragen der Anwohner Stellung zu beziehen. Der SprecherJürgen Michell-Auli hatte sich daraufhin bereit erklärt, in kleinemKreis über den Stand der Wissenschaft in Sachen Mobilfunk zu informieren.Als unabhängiger Experte wurde zudem der Mediziner Otto Petrowicz vonder Technischen Universität (TU) München gewonnen. Als Michell-Auliund Petrovicz dann am Veranstaltungsabend in Obemdorf eintrafen, war ausdem kleinen Kreis eine Ansammlung von über 50 Personen geworden, dieim Feuerwehrhaus der Nachbargemeinde Eggstätt auf die Gäste ausMünchen warteten. Als Gast war zudem auch ein
ihnen gut bekannter Vertreter der "Bayerischen Bürgerwelle", einer mitkämpferischen Argumenten zu Felde ziehenden Anti-Mobilfunkbewegung,erschienen.
Offenbar ahnend, was ihnen bevorstand, nämlich "ein Schaukampf ohnesachliche Fundamente", so Petrowivz, traten die Münchner unverrichteterDinge sogleich den Rückzug an. Er sei jederzeit bereit, "auf dem Bodender Wissenschaft" zu diskutieren, wann, wo und mit wem auch immer, sagteder Wissenschaftler. Doch auf Schaukämpfe lasse er sich nicht mehr ein.Während es Petrowicz noch gelang, seinen Wagen zu starten undheimwärts zu lenken, mußte Michell-Auli die Polizei zu Hilfe holen,um sich den Weg durch die erbost auf ihn einschimpfende Menge zu bahnen.

SZ 9.4.99:  Leserbrief
Gründe einerFlucht-Posse
Heimweg unter Polizeischutz / SZ vom 7.April

Als Sprecher der in dem Artikel angesprochenen "Bürgerwelle e.V." scheintes mir dringend notwendig, einige Korrekturen anzubringen:
In dem Artikel wird der Eindruck erweckt, daß Bürger eineInformationsveranstaltung "gesprengt" hätten; genau das Gegenteil istder Fall: eine groß angekündigte "Information" wurde von MannesmannMobilfunk außerhalb des Versammlungssaales abgesagt, weil einIndustrie-unabhängiger Fachmann der Bürgerwelle anwesend war. Alsdaraufhin ein Bauer, auf dessen Dach die Anlage montiert wird, enttäuschtund frustriert die Mannesmann-Vertreter am Gehen hindern wollte, holte derMannesmann-Vertreter die Polizei. Die Bürger warteten indessen ohneWissen um diesen Vorgang im Saal und erfuhren erst nach Abfahrt desMannesmann-Vertreters von dem Vorgang.
Sie schreiben, daß die "Bayerische Bürgerwelle" eine "mitkämpferischen Argumenten zu Felde ziehende Anti-Mobilfunkbewegung" sei.Dies ist falsch.
Wir betonen immer, daß wir nichts gegen Mobilfunk hätten, wenner nicht mit einer biologisch äußerst gefährlichen Technikbetrieben würde.
Es ist faszinierend zu lesen, daß der von Mannesmann Mobilfunk fürden genannten Abend eingekaufte Privatdozent Petrowicz "wann, wo und mitwem auch immer.. .auf dem Boden der Wissenschaft" diskutieren würde,dann aber auf Anordnung seines Auftraggebers Michell-Auli gerade eine solcheAuseinandersetzung vermeidet. Viele tausend Zuhörer unserer bisherigenImformationsveranstaltungen betonen (ebenso wie die Bürger von Obemdorf),daß die Informationen der Bürgerwelle die bislang umfassendstenund fundiertesten zum Thema Mobilfunk und Hochfrequenz sind.
Gerade das scheint vielmehr der Grund dieser Flucht-Posse zu sein.
Siegfried Zwerenz, Tirschenreuth



SZ v. 27.4.99: Leserbriefe an denBayernteil
Mobilfunkindustrieverweigert sachliche Auseinandersetzung
Zum Artikel Heimweg unter Polizeischutz / SZ vom 7.April

Es ist schon sehr seltsam, daß dieser Artikel zustandekam, ohne daßein Besucher der Informationsveranstaltung dazu befragt wurde. Nur die Meinungder Mannesmann-Vertreter war für die Verfasserin interessant, nach demMotto "Wer zahlt schafft an!". Wäre nur einer der "dummen,gewalttätigen Dorftrottel" zu Wort gekommen, sähe die Sacheschon ganz anders aus.
Die Informationsveranstaltung begann statt um 20 Uhr erst um 21 Uhr, da dieHerren Michell-Auli und Dr. Petrovicz sich trotz aller Bitten ihresVertragspartners, des Landwirtes, wild gestikulierend wehrten, den Raum zubetreten, Wahrscheinlich waren den Herren der Firma Mannesmann die vielenanwesenden Nachbarn nicht naiv genug, um ihren geplanten Vortrag überdie "völlige Unbedenklichkeit der Mobilfunkantennen" abzuspulen. Anderskann man sich das Verhalten der beiden Herren nicht erklären. Warumstellten sie sich nicht der kritischen Diskussion mit den besorgten Bürgernund dem sachlich kompetenten und mit hervorragendem Fachwissen ausgestattetenVertreter der Bürgerwelle e.V., Dr.Seitz?
Es macht schon ein sehr schlechtes Bild, wenn man seinen Vertragspartnerauf sich allein gestellt läßt und das Weite sucht, um sich nicht"auf das Niveau der Bürgerwelle zu begeben ", bevor noch ein Wort vonHerrn Dr. Seitz zu hören war, Nachdem uns die Herren Michell-Auli undDr. Petrovicz verlassen hatten, mußte Dr. Seitz die Aufklärungder Anwohner über die gesundheitlichen Risiken durch die niederfrequentgepulsten Hochfrequenzen der Mobilfunkantennen allein vornehmen. Er standdrei Stunden lang Rede und Antwort. Alle von Dr, Seitz aufgeführtenStudien und Forschungsergebnisse können im Internet abgerufen werden.Wäre hier eine Fehlinformation zu finden, hätte die Firma Mannesmannihm schon längst Redeverboterteilt.            Irmengard Plank, Eggstätt

Schon die Unterzeile "Bürger sprengen Info-Veranstaltung zum Mobilfunk",stellt die Tatsachen auf den Kopf. Richtig ist vielmehr: Der Moderator derVeranstaltung erklärte den rund 50 anwesenden Bürgern zu Beginnden geplanten Ablauf der Veranstaltung. Demnach war geplant, dem Sprecherder Mannesmann Mobilfunk, dem "unabhängigen" Experten der TU Münchenund einem Vertreter der "Bürgerwelle e.V." jeweils 30 Minuten Zeit zugeben, seine Argumente ungestört darzulegen. Etwa eine halbe Stundespäter mußte uns anwesenden Bürgern mitgeteilt werden, daßder Herr von Mannesmann und der Experte der TU nicht bereit seien, dieBürger zu informieren, solange auch die Gegenseite ihre Argumente vorbringenkönne. Die anwesenden Bürger zogen ihre Schlußfolgerungenaus dem Verhalten der beiden Herren und wurden schließlichausführlich von dem Exporten der "Bürgerwelle e.V." zum Thema Mobilfunkinformiert.         Franz Stein j.,Eggstätt

Ja so sans, die Hinterwäldler aus dem verschlafenen Dorf Eggstättim Chiemgau. Kaum stellt ihnen Mannesmann eine Mobilfunkantenne auf einenHeuschuppen, schon geraten sie in "panische Unruhe" und wollen sich überdiese Segnungen der modernen 7eit informieren. Was Wunder, daß dieExperten von Mannesmann und der Herr von der TU München, die es nurgewohnt sind, in kleinem Kreis über den Stand der Technik zu informieren,angesichts "einer Ansammlung von über 50 Personen" die Flucht ergreifenund sich ins zivilisierte München retten.
Vielleicht wollten sie ihre "objektiven" Informationen auch deshalb nichtmehr loswerden, weil sich die verträumten Dörfler einen Fachmannder Gegenseite von der "Bürgerwelle" eingeladen hatten. Und, ja so sans,kaum husten ein Paar Herren von Mannesmann oder der TU, schon kriegen dievon der Süddeutschen Zeitung Schnupfen, Vor lauter Schnupfenverklärt sich der Blick, und man vergißt die einfachstenjournalistischen Grundsätze, sich einen Sachverhalt von verschiedenenSeiten anzuschauen. Witziger ist es da, sich über rückständigeDörfler lustig zu machen und den Mobilfunkbetreibern kostenlos Platzfür ihre Selbstdarstellung zur Verfügung zustellen.            Christl Stöger, Eggstätt

Nicht nur die Auseinandersetzungen zwischen Mobilfunkbetreibern und besorgtenBürgern nehmen, wie in ihrem Beitrag berichtet, gelegentlich skurrileFormen an, sondern auch die Berichterstattung über derartigeSkurrilitäten! Da kommen in dem Bericht nur die MobilfunkvertreterMichell-Auli und Otto Petrowicz ausführlich zu Wort, während diebetroffenen Dorfbewohner oder die Seite der Mobilfunkkritiker sich gar nichtzu dem beschriebenen Vorfall äußern dürfen. Dafür bekommtdiese Seite auch noch den einen oder anderen unfairen Seitenhieb im Textab. Um es von vornherein klarzustellen: Die Mobilfunkkritiker,zusammengeschlossen in der Bürgerwelle e.V., lehnen ein nötigendesoder gewalttätiges Vorgehen gegen die Mobilfunkindustrie oder derenVertreter entschieden ab und bedauern, wenn es in der emotional aufgeheiztenStimmung vor Ort zu entsprechendem Fehlverhalten einzelner Personen gekommensein sollte. Andererseits bleibt aber auch festzuhalten, daß sich dieMobilfunkindustrie seit Monaten wohlweislich aller öffentlichen Diskussionenzum Problemfeld Mobilfunk enthält. Dabei hätten die betroffenenBürgerinnen und Bürger sehr wohl ein Recht auf entsprechendeInformationsveranstaltungen, bei denen beide Seiten gleichberechtigt einesachliche Auseinandersetzung führen.
Wer die angeblich so sachlichen Fundamente der Herren Michell-Auli und Petrowiczkennt, der muß sich allerdings nicht wundern, daß diese Herrenneutrale Diskussionsforen scheuen. In mehr als fünfzig bayerischen Gemeindenist zum Beispiel bislang ein Bürgerbegehren gegen die Errichtung vonMobilfunksendern eingeleitet worden. In der Regel fanden dazu auch entsprechendeInformati-onsveranstaltungen statt, bei denen die Mobilfunkseite immer wiedereinsehen mußte, daß die besseren Argumente wohl auf der Seiteder Bürgerwelle zu finden waren.
So ist auch bisher nicht ein entsprechendes Bürgerbegehren gescheitert,was inzwischen dazu geführt hat, daß die Mobilfunkindustrie dieöffentliche und sachliche Auseinandersetzung verweigert, dafüraber immer härter und rücksichtsloser ihre geschäftlichenInteressen durchsetzt, und das langfristig auf Kosten der Gesundheit dergesamtenBevölkerung.            Hans Schütz, Petting

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